09.03.2017

 

Frauen- und Männerrunde lauschten dem Vortrag 
von Matthias Füller von der 
Biologischen Station
Lippe

 

 

 

"Neubürger in der Lippischen Pflanzenwelt"

Nach heutiger Definition sind Neubürger in der Pflanzenwelt (Neophyten) Pflanzen, die nach der Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 in Deutschland in freier Natur vorkommen.

Herr Füller erläuterte mit vielen Beispielen die verschiedenen Aspekte. 

Vieles ist gewollt und begrüßendwert (z.B. die Einführung der Kartoffel). 
Anderes ist besorgniserregend (die Ausbreitung des großen Bärenklaus).

Manche Vorurteile sind unbegründet. Z.B. der nebenstehende Satz. Bisher hat nachweislich kein Neophyt eine heimische Pflanze verdrängt! Gelassenheit ist daher angesagt.

Natürlich muss der Mensch in die Landschaft eingreifen. Ohne Forstwirschaft würde die Buche ganz Deutschland in einen Buchenwald verwandeln (Die Buche ist kein Neophyt!). 

Besonders in Naturschutzgebieten muss eingegriffen werden, sonst verbreiten sich gewisse Neophyten dort und vertreiben die dort gewünschten Pflanzen!

Beängstigend ist für manche der überproportionale Anstieg der Neophyten in letzter Zeit.

Zu den Pflanzen mit Verdrängungspotential gehört der Giersch und die Brennessel, 
beide sind aber  keine Neubürger !

In der anschließenden Diskussion ging es um die "blühenden Landschaften " in verschiedenen Orten. So gehen z.B. Schieder, Blomberg und Lemgo verschiedene Wege in der Aussaat von Blumenmischungen auf den Verkehrsinseln und Randstreifen.

In Schieder legt man Wert auf einheimische Blühpflanzen, mit dem "Erfolg", dass ab Sommer keine Blumen mehr blühen und die Verkehrsinseln "verstrohen".

In Blomberg wählt man "exotische" Blühsamen mit dem Erfolg, dass das ganze Jahr über etwas blüht, auch wenn die Blühten für Bienen nichts taugen und die Samen in jedem Jahr neu ausgesät werden müssen.

In Lemgo pflanzt man meist gezielt blühende Pflanzen, was mehr Arbeit  und Sachverstand erfordert.

So müssen ökologische, ästhetische und ökonomische Aspekte abgewogen werden.

Weiter wurde nach den Tierischen Neubürgern gefragt: Wolf, Luchs, Waschbär, Nutria, Biber. Zu jedem der Tiere gibt es ein Für und Wider, je nach Herkunft des Fragers. 

So freut sich Matthias  Füller, wenn der Wolf als ehemaliger Waldbewohner  wieder in Lippe heimisch würde, während seine Schafhirtin gerne auf die Anwesenheit des Wolfs verzicht.

Einherzliches Dankeschön von 22 Frauen und Männern an Matthias Füller und alle weiteren Organisatoren der Frauen- und Männerrunde!


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