29.03.2017 "Singen mit Martin Luther"

 

Im Rahmen der Reformationsveranstaltungen der Lippischen Landeskirche war Pfarrerin Steffie Langenau bei uns zu Gast.

 

 

 


Sie singen alle! – Lieder als Transportmittel der Reformation

Unter dieser Überschrift, die an die Anfänge der Reformation in Lemgo erinnert, erlebte eine ganze Reihe interessierter Zuhörer (und später auch Mitsänger) einen Abend mit Luther-Liedern.

Pfarrerin Steffie Langenau aus Bad Salzuflen, die auch als Dozentin für kirchliches Liedgut in der nebenamtlichen Ausbildung von Kirchenmusikern tätig ist, war eine sehr kompetente Referentin, die den Zuhörern die Bedeutung des (in deutscher Sprache!) von der Gemeinde gesungenen Kirchenliedes für die Verbreitung der Reformation gut veranschaulichen konnte.  

Den Menschen des 20./21. Jahrhunderts ist heute kaum noch bewusst, dass zu Luthers Zeiten der Großteil der Bevölkerung weder lesen noch schreiben konnte.  Die lateinische Liturgie und die ebenfalls lateinischen Gesänge der katholischen Messe waren dem einfachen Volk ohnehin vollkommen unverständlich.  Im Grunde genommen wussten die meisten Menschen gar nicht, was ihr Glaube beinhaltete bzw. was sie in Form von lateinischen Gebeten (z.B. dem Rosenkranz) beteten.

Die von Luther ins Deutsche übersetzten bzw. selbst gedichteten Lieder „unterrichteten“ gewissermaßen die einfachen Menschen über wichtige Glaubensinhalte.  Anhand mehrerer ausgewählter Lutherlieder, die von allen Anwesenden mitgesungen werden konnten, wurde z.B. Luthers grundlegende Erkenntnis verdeutlicht, dass der Glaube uns aus Gnade von Gott gewährt wird und der sündige Mensch sich diese Gnade nicht durch gute Werke (oder Ablass-Zahlungen) verdienen muss.

Zum Ende des Abends wurden noch einige modernere Lieder vorgestellt, die sich gut in Luthers Tradition fügten.

                                                                                                                                                                                                                              R.Wandke-Meyer

 

Jürgen Hausmann vom Kirchenvorstand 
begrüßt Steffie Langenau

Steffie Langenau begann mit einem kurzen Abriss des Werdegangs von Martin Luther als Liederdichter.

 In seiner Klosterzeit hatte er schon musikalische Grundkenntnisse erworben, die er später als Reformator in vielfältiger Weise zu nutzen verstand.

Links eines der ersten Lieder, die seinen Werdegang zum Reformator wiedergeben.

Weiter nahm er die alte Tradition auf, Psalmen zu singen, aber nun in deutscher Sprache und z. T. mit Melodien der damaligen Zeit und auf Handzetteln gedruckt, so dass seine Lieder schnell Verbreitung fanden.

Aber auch neue Melodien zu alten Liedern komponierte er selbst. Ein gutes Beispiel ist das Lied 

"Aus tiefer Not schrei ich zu Dir"

Beide Melodien sind im Evangelischen Gesangbuch vorhanden.

 

Jürgen Hausmann bedankt sich und die Gemeinde stimmte in den Beifall mit ein!

Als kleine Zugabe bekamen wir noch ein Liedblatt mit neuen Kanons, nach Martin Luther entstanden und zum Gebrauch  in der Gemeinde gedacht.

Hier geht es zu einem Beispiel

Fotobericht: F. Storkebaum                                


Zurück zur Startseite