Weitere Fotos vom Konzert am Samstag, 20.10.2007 und vom Jubiläumsgottesdienst am 21.10.2007 und dem anschließenden Empfang im Gemeindehaus

 

 

 

 

Totale im Festgottesdienst am Sonntag

Grußworte von Landesposaunenwart Christian Kornmaul    und              Pfarrer Jörg Deppermann

 

Bilder vom Empfang nach dem Jubiläumsgottesdienst

 

Gründungsmitglieder Nehm Senior und Junior und jetzige Leiterin Lisa Kuhlemann (v.r.) mit Ehefrau NehmJunior

 

                  

Die beiden Kirchenältesten Dr. E.Weingärtner und J. Krech                    "Geschmückte Kirche zum Jubiläum"

 


Aus „Blickpunkt“:    Dezember 2007 / Januar  2008    Seite 2     Blickpunkt


Ein Leben mit der Posaune

Hermann Nehm gründete vor 35 Jahren den Posaunenchor


Auf die Frage: „Wie kamen Sie dazu, 1972 einen Posaunenchor zu gründen?“ kam prompt die Antwort Hermann Nehms: „Das kam durch meine Jungs.“ Als Familie Nehm im Weihnachtsgottesdienst in Blomberg 1971 den Posaunenchor Bösingfeld hörte, bedrängten ihn seine Söhne: „Das möchten wir auch können!“ Es mussten Instrumente beschafft werden. Detlef hatte von seiner Großmutter bereits zur Taufe ein Flügelhorn bekommen. Auf dem Dachboden bei Pastor Fitzner fanden sich eine Trompete und ein Es-Althorn, das allerdings mit Blättern verstopft war. Eine Zugposaune und eine weitere Trompete wurden gekauft, und der Unterricht für Detlef, Georg, Rudolf und Olaf konnte zu Hause beginnen. Der erste Auftritt erfolgte Ostern 1972 in der Martin-Luther-Kirche.

Aber die Vorgeschichte geht viel weiter zurück. Hermann Nehm, geboren 1932, wuchs mit Posaunenklängen auf. Sein Vater, Pastor in Obraberg Kreis Külichau/Schwiebus, heute Padlegorz in Polen, spielte Zugposaune im Bläsersextett des „Posaunengenerals“ Johannes Kuhlo (3. v. links), wie ein Foto an der Wand im Wohnzimmer der Familie Nehm bezeugt (Pastor Nehm mit Zugposaune 2. v. rechts). Hermann Nehm kann sich erinnern, schon mit fünf Jahren im Posaunenchor seiner Heimatgemeinde mitgespielt zu haben.
 

 


 

 

1945 endete die Kindheit abrupt. Als sich die Ostfront nach Westen vorschob, floh Mutter Nehm mit ihren sechs Kindern, der Vater blieb als Mitglied des Volkssturms zurück und wurde von Russen erschossen. Kurze Zeit später kehrte die Familie wieder nach Obraburg zurück, doch schon bald vertrieben die Russen alle Deutschen und die Familie Nehm fand Unterkunft in der Betheler Zweiganstalt Lobetal bei Bernau. 

Bald kam ein Diakon aus Bethel, der die Leitung des Posaunenchores Lobetal übernahm. Er verstand es, die Bläser so zu fördern, dass der Chor der beste in Brandenburg war und überall zu Auftritten eingeladen wurde. Notenmaterial war knapp und musste mühsam von Hand abgeschrieben werden. Der Chorleiter pflegte nicht nur Kirchenmusik, sondern vermittelte auch Volksmusik. H. Nehm denkt gerne daran, wie sie mit Fischerkähnen auf den Mechesee hinausruderten und die Posaunenklänge weit über den See hallten.

H. Nehm machte eine landwirtschaftliche Lehre in Reichenwalde. Er sparte für ein Motorrad. Um dieses Ziel schneller zu erreichen, verkaufte er sein Flügelhorn. Damit setzte eine lange posaunenlose Zeit ein. 1954 begann er in Bethel eine Diakonenausbildung und hoffte, nebenher die Meisterprüfung in Landwirtschaft ablegen zu können. Da sich das zeitlich nicht vereinbaren ließ, brach er die Ausbildung ab und besuchte 1957 in Soest die Höhere Landbauschule, die er als Agraringenieur abschloss.

Hermann Nehm heiratete 1959 und trat mit seiner Frau Elisabeth seine erste Stelle als Hausvater in einer Anstalt für Fürsorgezöglinge in Kulmbach an. Acht bis zehn Jungen zwischen 14 und 21 Jahren lebten mit Nehms zusammen in der Familie. „Es war eine schöne Zeit,“ erinnert sich Elisabeth Nehm, „die großen Jungen spielten gern mit unseren kleinen Kindern.“ 

Nachdem H. Nehm ab 1964 in der Senne ein Haus für Tippelbrüder geführt hatte, wurde er 1969 Landwirtschaftsleiter beim Altersheim der Inneren Mission in Barntrup, wo Tippelbrüder in der Landwirtschaft arbeiteten. 1986 wurde das Haus von der Einrichtung in Humfeld übernommen, die Landwirtschaft aufgegeben und H. Nehm als Hausmeister eingesetzt, bis er in Rente ging.

Ab 1972 wurde bei Nehms in Barntrup täglich Posaune gespielt, zunächst im Wohnzimmer, bis Elisabeth Nehm erklärte: „Das könnt ihr dem Teppich nicht antun!“ (das tropfende Kondenswasser) und die Übungsstunden in den Keller verlegt wurden. Bald kamen andere Bläser und Bläserinnen hinzu. Die Übungsstunden finden seit vielen Jahren im Gemeindehaus am Hagenplatz statt. 1995 gab Hermann Nehm die Leitung aus der Hand, die jetzige Chorleiterin ist Lisa Kuhlemann.

„Blickpunkt“ wünscht Hermann Nehm weiterhin viel Freude im und am Posaunenchor. 

Mechthild Storkebaum


 

 

 

{Zurück zur Startseite}