06. April offener Gemeindeabend mit Professor Dr. Joachim Thalmann

 

Nicht alles glauben – Qualitätsmedien im Sinkflug

Gemeindeabend mit Prof. Dr. Joachim Thalmann

Ein Feuerwerk von Wörtern versprühte Prof. Thalmann, zuständig für Musikpublizistik an der Hochschule für Musik Detmold, über die Zuhörer und Zuhörerinnen. 

Mit viel Humor zeigte er auf, wie auch Qualitätsjournalisten der großen deutschen Medien „vorsichtig ausgedrückt, ein wenig sorglos mit der Wortwahl umgehen“.

 Wenn es gerade keine Katastrophe gebe, blase man sich bei uns eine auf. 

Er erinnerte an die Artikel vom Waldsterben in den frühen 80er Jahren, danach sollte es im Jahr 2000 so gut wie keinen Wald mehr geben. Heute redet niemand mehr davon. Seitdem bezeichnen die Franzosen die von Medien hoch geschürten Themen als „Le Waldsterben“. 

 

Die Glaubwürdigkeit der Medienvertreter sei infrage gestellt, wenn zum Beispiel Klimadaten vernichtet würden, weil sie nicht dramatisch genug seien. Der Grund dafür: Die Wissenschaftler blicken auf die Politiker und fürchten, die Ausstattungen der Forschungsinstitute weltweit könnten reduziert werden und damit die Existenzgrundlage der Forscher gefährden. Also müsse die Klimadiskussion am Kochen gehalten werden.

Viele Journalisten bemühen sich um „political correctness“, das bedeutet die „Reinwaschung“ der Sprache. Begriffe werden neu gebildet: Aus Altersheim wird Altenheim, dann Seniorenheim und schließlich Seniorenresidenz. 

 

Schönere Begriffe werden gefunden und Gegensätze ängstlich nivelliert. Thalmann sieht darin eine Verunsicherung der gesamten westlichen Welt und die Abwertung von Idealen wie Freiheit, von Demokratie, von Menschenrechten und die Missachtung aller technischen Errungenschaften, die unser Leben angenehmer machen.

Pastor Deppermann dankt Professor Thalmann

       

In Zukunft werden die Anwesenden die Berichte und Bilder der Medien vermutlich kritischer hinterfragen.

Mechthild Storkebaum

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